{"id":89,"date":"2011-09-29T20:23:23","date_gmt":"2011-09-29T20:23:23","guid":{"rendered":"http:\/\/127.0.0.1:8090\/index.php\/ich-wollte-doch-nur-mal-kurz\/"},"modified":"2026-05-21T14:53:19","modified_gmt":"2026-05-21T14:53:19","slug":"ich-wollte-doch-nur-mal-kurz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/index.php\/beobachtungsberichte\/beobachtungsberichte-2011\/ich-wollte-doch-nur-mal-kurz\/","title":{"rendered":"28.09.2011 &#8211; Ich wollte doch nur mal kurz &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; \u00b4nen Blick auf den Jupiter riskieren, als ich in der Nacht des 28. Septembers gegen  23.30Uhr meinen 8&#8243;er Dobson in die Einfahrt gestellt habe, und &#8230;?<\/p>\n<p>Nu  bin ich m\u00fcde, da ich erst um 2.30Uhr wieder rein bin und heute morgen  um 6Uhr wieder aufstehen mu\u00dfte um zur Arbeit zu fahren. <\/p>\n<p>Der  Himmel war gestern Abend zwar wolkenfrei, aber doch recht diesig. Da  das f\u00fcr die Planetenobservation aber oftmals eher von Vorteil ist (gern  besseres Seeing, wie ich schon oft feststellen konnte), hab ich gegen  23.30Uhr den Dobson in die Einfahrt gestellt, mich dann rasch umgezogen,  meine Oku- und Binoansatzkoffer und den Beostuhl rausgetragen, den Dobs  justiert und mich dann dar\u00fcber gewundert, dass der Himmel deutlich  besser geworden war. Also beschloss ich dem Spiegel f\u00fcr hohe  Vergr\u00f6\u00dferungen noch etwas Zeit zum aklimatisieren zu geben und erstmal  mit dem 31ger Nagler ein paar Objekte anzufahren.<\/p>\n<p>Gesagt getan  ging\u00b4s erstmal mit unserem galaktischen Nachbarn, der Andromedagalaxie  M31 los. Zwei Staubb\u00e4nder konnte ich nach kurzem Blick bereits erhaschen  und auch das Sternentstehungsgebiet NGC206 lie\u00df sich nicht lange  bitten. Dies bewies mir dann auch, das der Himmel wirklich nicht so  schlecht sein konnte. Die Grenzgr\u00f6\u00dfensch\u00e4tzung belief sich dann auch auf  knapp 6mag, was f\u00fcr meine Einfahrtsbedingungen schon ganz ordentlich  ist. Das zweite Staubband (vom Kern der Galaxie aus gesehen) konnte ich  bis fast an NGC206 herangehend verfolgen und dahinter dann sogar mit  Aufspaltung weiterlaufend. Irre, so detailiert war mir das bisher noch  nie aufgefallen. Ein wundersch\u00f6ner Anblick. Mein Hirn stellte schnell  Vergleiche mit &#8222;abgespeicherten&#8220; Fotos an. Eine wirklich toller Anfang  f\u00fcr die eigentlich nur kurz geplante Beobachtungssession.<\/p>\n<p>Weiter  ging es zum Nachbar von M31, der Dreiecksgalaxie M33. Spiralarme konnte  ich jetzt direkt nicht ausmachen, aber eine interessante Entdeckung war  trotzdem drin. Die H-alpha Region NGC604 konnte ich ja schon ohne  O-III-Filter deutlich erkennen. Aber mit O-III-Filter scheint die ganze  Galaxie leicht zu glimmen. Das sah schon sehr interessant aus und hatte  ich so nicht erwartet.<\/p>\n<p>Danach schwenkte ich auf h&amp;chi im  Perseus, die auch wiedermal sehr sch\u00f6n daherkamen. Der Himmel war so  sch\u00f6n dunkel, dass mir gleich wieder in den Sinn kam, was ich gern \u00fcber  eine h&amp;chi-Beobachtung bei gutem Himmel erz\u00e4hle: Wie \u00b4ne Ladung  glitzernder Diamanten auf schwarzem Samt. Wundersch\u00f6n &#8230;<\/p>\n<p>O.k.,  was kann ich spontan denn noch mit dem 31ger Nagler einfangen? Klar,  O-III-Filter rein und ab in den Schwan. Der Nordamerikanebel NGC7000  passt mit diesem Okular nun schon fast ins Gesichtsfeld am 8&#8243; f\/6  Dobson. Lediglich &#8222;Kanada&#8220; war nicht mehr in voller Gr\u00f6\u00dfe zu sehen. Der  Nebel an sich zeigte sch\u00f6ne Verdickungen, vor allem im s\u00fcdlichen  Mexico-Zipfel. Aber auch im n\u00f6rdlicheren Teil gab es sch\u00f6ne  Helligkeitsschwankungen zu beobachten.<\/p>\n<p>Dann gings ein kleines  St\u00fcck abw\u00e4rts zum Cirruskomplex. Den Einstieg mache ich immer bei dem  hellen Stern, der immer versucht den Sturmvogel NGC6960 zu \u00fcberstrahlen.  Mit dem Baader O-III-Filter am Okular hat der Stern aber keine Chance  und der Sturmvogel zeigt sich in voller Pracht. Sehr scharf begrenzt der  n\u00f6dliche &#8222;Schnabel&#8220;, unterhalb des Stern eine sch\u00f6ne, weitreichende  Auff\u00e4cherung des Schwanzes &#8211; lecker! Bei meinem anschlie\u00dfenden Schwenk  zum hellsten Teil des Supernova\u00fcberrests, der Knochenhand, bremse ich  nun doch bei Pickering\u00b4s Triangular Wisp NGC6979 aprupt ab. Wie geil  kommt das denn? In dem Bereich ist der Nebel v\u00f6llig zerfasert und recht  gut zu sehen. Nicht so hell wie die beiden bekannteren Teile des  Cirrusnebels, aber doch so auff\u00e4llig, dass ich mir das in Ruhe anschauen  mu\u00df. Das ist ja echt der Wahnsinn, wie faserig das heut r\u00fcberkommt.  Bisher hatte ich da immer ein bischen Probleme Details zu erhaschen.  Letzte Nacht war es mir nicht m\u00f6glich die ganzen Details aufzunehmen.  Echt irre der Anblick. Dann aber doch noch weiter zur Knochenhand, die  nat\u00fcrlich wieder grandios daherkam mit ihren vielen Strukturen. Wieder  mal ist f\u00fcr mich klar, dass das mein Lieblingssommerobjekt ist und  bleibt!<\/p>\n<p>Und  nu? Mmmmhhhh &#8230; Ich hatte doch noch am Abend den Beobericht von Benny  gelesen, wo er mich mal wieder auf die Hidden Galaxy IC342 in der  Giraffe brachte, von der mir Jan im letzten Jahr mal erz\u00e4hlt hatte. Die  hatte ich bisher noch nie aufgesucht. Also meinen TriAtlas  hervorgekramt. Im A-Set ist er nicht verzeichnet, wohl aber im ebenfalls  ausgedruckten B\/C-Set. Die Giraffe? Mmmhhhh, erstmal finden. Aber so  schwer war es dann nicht. Die &#8222;versteckte Galaxie&#8220; dann aber sicher  dingfest zu machen um so schwerer, da ich ja unvorbereitet war.  Letztenendes reichte die Karte aus dem TriAtlas mit den darin  verzeichneten Sternen aber aus, um die Galaxie als gesichert abhaken zu  k\u00f6nnen. Vom Erscheinungsbild her \u00e4hnelt sie eher einem schwachen offenen  Sternhaufen, der im Zentrum etwas nebelartig daherkommt. Daher war ich  mir auch erst nicht so sicher, ob ich IC342 gefunden hatte. Aber wie  gesagt, der TriAtlas half dann doch noch. Ist schon etwas tricky, diese  &#8222;Hidden Galaxy&#8220;, aber doch seeeehr interessant.<\/p>\n<p>Dann  fiel mir noch der Bubblenebel NGC7635 in der Nachbarschaft des  Sternhaufens M52 ein. Ich kann mich dran erinnern, dass mir Benny den  beim ATB 2009 mal in meinem 16&#8243;er zeigen wollte, ich ihn damals aber  irgendwie nicht erkannt habe. Erinnere ich mich da richtig, Herr  Hartmann? Mmmmhhhh &#8230; Seit dem habe ich den nicht mehr versucht und  aufgrund meiner Erinnerung waren meine Erfolgshoffnungen auch recht  gering. Aber ich staunte dann doch nicht schlecht, als ich mit dem  Baader O-III an etwa der richtigen Stelle (lt. TriAtlas &#8211; wie gesagt,  ichw ar nicht vorbereitet)  im 31ger Nagler ein kleines Fleckchen erkennen konnte. Im 14er Speers  war es dann zwar deutlich schw\u00e4cher, kaum noch zu erkennen, aber  deutlich l\u00e4nglich. Ich pr\u00e4gte mir die Sternkonstellation und den Starhop  dorthin, ausgehend von M52 (\u00fcbrigends auch sch\u00f6n anzusehen!) gut ein  und verglich heute morgen mit einem Foto &#8211; Bingo! Was ich gesehen hatte  war der helle teil des Bubblenebels, also die Sichel, die man von den  Fotos kennt. Nur als Sichel hab ich das nat\u00fcrlich nicht erkennen k\u00f6nnen,  aber wie gesagt, schon deutlich l\u00e4nglich. Auch sehr interessant. Da  muss ich unbedingt mit dem 16&#8243;er mal draufhalten.<\/p>\n<p>Dann gings los  mit meinem eigentlichen Ziel der Beobachtungsnacht &#8211; Jupiter.  Hoffentlich spielt das Seeing mit. Optimistisch wie ich war, ging ich  gleich mit 162facher Verg\u00f6\u00dferung ans Werk. Die bekomme ich mit meinem  Maxbright Binoansatz, dem Siebert Multimag-Glaswegkorrektor (eingestellt  auf 3,5fache Brennweitenverl\u00e4ngerung) und den 26er Pl\u00f6ssl Okularen. Der  Anblick lie\u00df mir die Kinnlade runterklappen &#8230; WAHNSINN, was \u00b4ne Menge  an Details da zu sehen waren. Das sseing war gut bis teilweise sehr  gut! Also gleich mal die 15er Hensoldts rein, zumal die Pl\u00f6ssls etwas  angetaut waren (ich hatte die schon gleich zu Beginn meiner  Beobachtungszeremonie rausgelegt, ich Depp). Die brachten nat\u00fcrlich noch  mehr Vergr\u00f6\u00dferung (280fach), aber zu dem Zeitpunkt leider nicht mehr  Details. Die Pl\u00f6ssls hatte ich zum &#8222;abtauen&#8220; in unser Treppenhaus gelegt  und sie dann nach \u00b4ner Viertelstunde wieder hervorgeholt. Also kamen  die dann wieder rein und ich beobachtete weiter. Ich konnte mich an den  Details garnicht mehr sattsehen. Irre geiel! Keine Ahnung, wie oft ich  den Gasriesen mit den drei sichbaren Monden durchs Gesichtsfeld laufen  lie\u00df. Aber ich fing schon bewu\u00dft mit dem einen westlich vom Gasriesen  stehenden Mond an. Die Monde waren mir im Newton bisher noch nie so gut  als fl\u00e4chige Objekte erschienen, was zum einen an dem meist  mittelm\u00e4\u00dfigen Seeing liegt, aber bestimmt auch was mit der Obstruktion  und der Fangspiegelspinne an sich zu tuen hat. In Hubertus 6&#8243; f\/15  Halb-APO jedenfalls sind die Monde eigentlich immer auch schon bei  mittelm\u00e4\u00dfigem Seeing sch\u00f6n fl\u00e4chig zu sehen. Nun zeigte mir m,ein 8&#8243;er,  dass das, was ich an dem langen Refraktor so liebe mit einem Newton auch  geht. Sch\u00f6n auch die Helligkeitsunterschiede der Monde. Struktur auf  ihnen konnte ich aber wahrlich nicht erkennen.<\/p>\n<p>Jupiter selbst war  der absolute Hammer. Unz\u00e4hlig viele Wolkenwirbelchen waren zu  beobachten. Im NEB zwei deutlich dunkelrotbraune Wirbel, das SEB durch  eine Wolkenschleppe deutlich geteilt. Mittendrin der &#8222;Gro\u00dfe rote Fleck&#8220;,  den man momentan eigentlich eher in &#8222;Gro\u00dfen gelblich-beigefarbenen  Fleck&#8220; umtaufen m\u00fc\u00dfte. Bei nicht so gutem Seeing f\u00e4llt er ja dem  unge\u00fcbten Auge momentan wohl kaum auf, so wenig Kontrast bietet er zu  seinem Umfeld. bei den Bedingungen der letzten Nacht aber fiel er sofort  uns Auge. Durch eine schmale, dunklere Umrandung war er dann auch  wirklich recht gut zu erkennen. Und dieser Farbton &#8211; irre! Mann oh mann,  ich brauch unbedingt noch \u00b4nen 1,25&#8243; variablen Polfilter, da der Jupi  bei der Vergr\u00f6\u00dferung noch immer ganz sch\u00f6n hell ist. Aber wie gesagt,  vor Oberfl\u00e4chendetails konnte ich mich kaum retten.<\/p>\n<p>Dann noch ein  Schwenk zu Uranus, der zwar auch deutlich als solcher zu erkennen war,  aber eben aufgrund seiner gro\u00dfen Entfernung dann doch recht langweilig  erscheint. Die fade gr\u00fcnliche Farbe war zu erkennen, mehr aber auch  nicht. Von den Monden keine Spur, was mich mit 8&#8243; aber auch nicht  wirklich wundert.<\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df gab ich mir dann nochmal die  Plejaden M45 mit dem 31ger Nagler. Die Reflexionsnebel habe ich bisher  noch nie so deutlich gesehen. Ich war mir auch erst nicht sicher, ob es  eventl. doch eher nur Tau war, der vieleicht Halos um die hellen Sterne  erzeugte. Aber an manchen Stellen war etwas Struktur zu sehen und die  von den Fotos bekannten, l\u00e4ngeren Ausl\u00e4ufer waren im Ansatz auch da. Ich  meine sogar, dass die Nebelchen etwas bl\u00e4ulich daherkamen, bin mir da  aber nicht wirklich sicher. Auch hier kann ich nur wieder sagen: Ein  sehr sch\u00f6ner Anblick, wenngleich ich es mit offenen Sternhaufen  eigentlich nicht so habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; \u00b4nen Blick auf den Jupiter riskieren, als ich in der Nacht des 28. Septembers gegen 23.30Uhr meinen 8&#8243;er Dobson in die Einfahrt gestellt habe, und &#8230;? Nu bin ich m\u00fcde, da ich erst um 2.30Uhr wieder rein bin und heute morgen um 6Uhr wieder aufstehen mu\u00dfte um zur Arbeit zu fahren. 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