{"id":57,"date":"2010-02-20T14:13:17","date_gmt":"2010-02-20T14:13:17","guid":{"rendered":"http:\/\/127.0.0.1:8090\/index.php\/12052008-mein-erster-beobachtungsbericht\/"},"modified":"2026-05-25T19:03:35","modified_gmt":"2026-05-25T19:03:35","slug":"12052008-mein-erster-beobachtungsbericht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/index.php\/beobachtungsberichte\/beobachtungsberichte-2008\/12052008-mein-erster-beobachtungsbericht\/","title":{"rendered":"12.05.2008 &#8211; Mein erster Beobachtungsbericht"},"content":{"rendered":"<p>Heute morgen gegen 2.00 Uhr, kurz bevor der Deepsky-Killer, auch Erdenmond genannt, die Himmelsb\u00fchne verlie\u00df, bin ich zu meinem \u201eLieblings\u201c-Spechtelplatz gefahren. Dort angekommen bemerkte ich nach dem Aufbauen des Dobson, dass ich meine beiden Schraubendreher zum kollimieren vergessen hatte. \ud83d\ude41 Gott sei dank zeigte der Sterntest an Deneb mit 200fach, dass ich nicht kollimieren mu\u00dfte. Aufatmen. Dann hab ich mich erstmal mit dem Fernglas wieder an den Nordamerikanebel im Schwan rangemacht und auch gleich gefunden. Vor zwei Tagen war mir das zum ersten Mal gelungen. Wenn man erst mal wei\u00df, wo er ist, dann geht`s recht gut. Die Milchstra\u00dfe war umwerfend sch\u00f6n anzusehen. Jede Menge Strukturen bis zum s\u00fcdlichen Horizont. Das Rausfahren hat sich allein deswegen schon gelohnt. Meine Grenzgr\u00f6\u00dfe w\u00fcrde ich auf mindestens 6m3 sch\u00e4tzen. Ich hab mich darum allerdings nicht intensiv gek\u00fcmmert \u2013 nur mal zum kleinen B\u00e4ren geguckt und M13 ohne Probleme frei\u00e4ugig gesehen.<br><br>An Polaris hab ich meinen &#8222;8&#215;50 Finder&#8220; und den Rigel-Quickfinder justiert und dann gings los nach Nordamerika \u2013 zum ersten Mal mit meinem 8\u201c f\/6 Dobson. \ud83d\ude42 Zum Aufsuchen vor zwei Tagen hatte ich mir unter zu Hilfenahme des Karkoschka eine Sternenkonstellation eingepr\u00e4gt und dachte, dass es kein Problem wird, diese auch im 2&#8243; TS WA 32 zu finden. Aber sooooo einfach war das gar nicht. Denn es waren viiiiiiieeeeeelll mehr Sterne zu sehen, als im Fernglas, noch dazu hatte ich ja fast 4 Mal so starke Vergr\u00f6\u00dferung, so dass ich 2-3 Minuten gebraucht hab, um mich zu orientieren. Die spiegelverkehrte Ansicht im Dobson tat ihr \u00fcbriges. \ud83d\ude42 Doch dann, als ich &#8222;meine&#8220; Sternenkonstellation identifiziert hatte, fand ich den Nordamerikanebel sofort. Aber auch nur, weil ich schon \u00dcbung mit dem Fernglas hatte. Nun wollte ich aber doch noch mal mein Baader UHC-S Filter mit dem \u00dcbersichtsokular probieren, und tats\u00e4chlich. Zum ersten Mal sah ich, dass sich die Anschaffung doch gelohnt hat. Bisher war ich da eher skeptisch. Der riesige Gasnebel hob sich um einiges besser vom Hintergrund ab, sprich der Kontrast verbesserte sich soweit, dass man den Nebel nun noch besser erkennen konnte.<br><br>Nachdem ich NGC 7000 eine Weile beobachtet hatte (er pa\u00dft tats\u00e4chlich nicht ins Gesichtsfeld des 2&#8243; TS WA 32 &#8211; wie es mir \u201eCartes du Ciel\u201c bereits &#8222;vorhergesagt&#8220; hat), versuchte ich mich am Pelikan. Der war ungleich schwerer als der NGC 7000. Ich wollte schon fast aufgeben, als ich dann doch noch mal den Karkoschka zu Rate zog. Und es sollte sich bezahlt machen. Nach `ner Weile konzentrierten Beobachtens konnte ich den Schnabel des Pelikan relativ gut erkennen. Der Karkoschka alleine half dabei aber nicht. In der Aufsuchkarte ist n\u00e4mlich die charakteristische Form des Pelikannebels nicht so richtig eingezeichnet. Is mehr so`n Kleks. \ud83d\ude42 Leider sind auch nur zwei separate Fotos von NGC 7000 und vom Pelikan im Karkoschka, keins wo beide zusammen drauf sind, sodass ich auf mein &#8222;brain&#8220; zur\u00fcckgreifen mu\u00dfte, wie und wo der Pelikan seinen Schnabel hat. Damit gelang es dann auch, aber es war schon recht schwierig.<br><br>Danach verlie\u00df ich diese Region und machte mich auf in die Leier zum Ringnebel M57. Er war vor allem indirekt gut mit 133facher Vergr\u00f6\u00dferung zu sehen. 200fach war schon `n Tacken zu viel. Auch hier probierte ich wieder den UHC-Filter aus, kam aber zu dem Schlu\u00df, dass M57 besser ohne UHC zu beobachten ist. Er erschien bei jeder Vergr\u00f6\u00dferung ab 60fach als leicht ovaler Ring, wobei der Ring als solcher am besten bei indirektem Gucken zu beobachten war.<br><br>Nachdem ich auch diesen planetarischen Nebel ausgiebig beobachtet hatte fuhr ich mit dem Dobson, bewaffnet mit dem 2\u201c-\u00dcbersichtsokular, ein wenig in s\u00fcdliche Richtung. M27, der Hantelnebel sollte mein n\u00e4chstes Ziel sein und voila, er pr\u00e4sentierte sich auch als Hantel. Schon im \u00dcbersichtsokular war seine charakteristische Form gut zu sehen. Vergr\u00f6\u00dfern konnte ich ihn gut bis 200fach, wobei sich auch hier der UHC-Filter positiv in Sachen Kontrast bemerkbar machte.<br><br>Von M27 wollte ich mal kurz `nen Abstecher in den Sch\u00fctzen machen, wobei ich merkte, dass sich der Himmel Richtung Osten schon deutlich begann aufzuhellen &#8211; es war 3.56Uhr. Ich hab nur mal schnell `nen Blick auf M8, M20 und M21 geworfen, die trotz tiefem Stand \u00fcberm Horizont sehr sch\u00f6n anzuschauen waren. Vor allem der Lagunennebel M8 machte `ne gute Figur im Okular. Die Strukturen waren recht gut zu erkennen. Trotzdem hatte ich irgendwie den Eindruck, dass die Luft &#8222;hier unten&#8220; nicht so doll war, wie zuvor im Schwan und in der Leier, was sich an einem anderen Objekt, welches sich momentan auch im Sch\u00fctzen aufh\u00e4lt &#8211; dem Gasriesen Jupiter &#8211; auch best\u00e4tigte. Ich hatte beim ersten Sichtkontakt mein 9mm TS SWM Okular drin. Erst dachte ich, meine Optik w\u00e4re beschlagen. Aber es waren die \u00fcblen Luftschichten, die es in dem Moment unm\u00f6glich machten, Jupiter und seine Monde scharf und klar zu sehen. Erst als die D\u00e4mmerung schon weiter fortgeschritten war, so ca. `ne halbe Stunde vor Sonnenaufgang besserte sich das Seeing ein wenig. Die meiste Zeit waberte der Planet ziemlich stark im Telskop, sodass meistens noch nicht einmal die beiden Hauptwolkenb\u00e4nder sichtbar waren. Aber f\u00fcr kurze Augenblicke gab die Luftunruhe doch mal einen halbwegs guten Blick auf Jupiter frei. Doch so richtig Freude kam beim Beobachten noch nicht auf. Aber die Zeit des Jupiter kommt ja erst noch. Trotz allem habe ich afokal ein paar Fotos und AVI`s mit meiner Fuji F31fd Digiknipse gemacht, in der Hoffnung, dass vielleicht etwas brauchbares dabei ist.<br><br>Und hier das Ergebnis:<\/p>\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a25e13a9356f&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a25e13a9356f\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img decoding=\"async\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/wp-content\/uploads\/legacy\/phocagallery\/Sonnensystem\/Jupiter12_05_2008.JPG\" width=\"480\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n<p>8&#8243; f\/6 GSO Dobson + TS SWM 6 + 1,5xBarlow + Fuji Finepix F31fd = AVI 2,32min lang -&gt; mit Giotto in Einzelbilder zerlegt, davon 3481 f\u00fcr Summenbild verwendet und in Giotto nachbearbeitet.<br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br><br>Um 5.30Uhr, kurz vor Sonnenaufgang, baute ich durchgefroren mein Teleskop wieder ab und fuhr Heim. Den Weg nach Hause erleuchtete mir bereits die aufgehende Sonne &#8211; auch ein sehr sch\u00f6ner Anblick. Interessant fand ich auch mal wieder die Tierwelt. Mein Spechtelplatz liegt in einer Waldlichtung, die quasi u-f\u00f6rmig von Wald umgeben ist. Immer mal wieder h\u00f6rt man ein Knacksen oder einen Hirsch r\u00f6hren oder auch mal irgendein anderes Tier schreien. Zwischendurch ist mir dann auch mal `ne Fledermaus um den Kopf geflattert. Das ganze ist manchmal ja schon `n bisschen unheimlich, aber auch zugleich faszinierend. Ich liebe es einfach mitten in der Natur zu sein. Irgendwann, als der Himmel sich langsam aufhellte fing dann in einem Waldst\u00fcck auch der erste Vogel an zu zwitschern. Und als ob die anderen nur auf ein Startsignal gewartet h\u00e4tten, begannen immer mehr V\u00f6gel mit ihrem Gesang. Es war wirklich super. Ich w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte das \u00f6fter machen \u2013 spechteln bis zum Sonnenaufgang. Aber der Alltag l\u00e4\u00dft das leider nicht zu. Na ja, that`s life.<\/p>\r\n<p><span class=\"article_separator\"> <\/span><\/p>\r\n<p>\u00a0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute morgen gegen 2.00 Uhr, kurz bevor der Deepsky-Killer, auch Erdenmond genannt, die Himmelsb\u00fchne verlie\u00df, bin ich zu meinem \u201eLieblings\u201c-Spechtelplatz gefahren. Dort angekommen bemerkte ich nach dem Aufbauen des Dobson, dass ich meine beiden Schraubendreher zum kollimieren vergessen hatte. \ud83d\ude41 Gott sei dank zeigte der Sterntest an Deneb mit 200fach, dass ich nicht kollimieren mu\u00dfte. 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