{"id":42,"date":"2010-01-03T21:25:51","date_gmt":"2010-01-03T21:25:51","guid":{"rendered":"http:\/\/127.0.0.1:8090\/index.php\/etx-70\/"},"modified":"2026-05-25T19:03:35","modified_gmt":"2026-05-25T19:03:35","slug":"etx-70","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/index.php\/mein-equipment\/teleskope\/nicht-mehr-meine\/etx-70\/","title":{"rendered":"ETX-70"},"content":{"rendered":"<p>Nicht mehr in meinem Besitz &#8211; verkauft in 2009.<br><br><br>Dieses Teleskop habe ich mir im Sommer 2008 zum Spa\u00df und aus Neugierde zugelegt. Der Hauptgrund dahinter war, dass ich auch mal ein <strong>GoTo<\/strong>-Teleskop haben wollte, um mal zu schauen, wie sowas funktioniert.<br><br>Der folgende Bericht wird etwas l\u00e4nger, da ich gerne erkl\u00e4ren m\u00f6chte, warum ich dieses Teleskop, welches jedes Jahr kurz vor Weichnachten bei einem Lebensmitteldiscounter &#8222;zwischen Obst und Schokolade&#8220; angeboten wird, einem Einsteiger NICHT empfehlen kann.<\/p>\r\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a25e1396b131&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a25e1396b131\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img decoding=\"async\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/wp-content\/uploads\/legacy\/stories\/Teleskope\/ETX-70.JPG\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n<p>Was hat es mit dem <strong>GoTo<\/strong> auf sich? Das GoTo steht f\u00fcr &#8222;gehe zu&#8220; und bedeutet, dass man dem Teleskop nur &#8222;sagen&#8220; mu\u00df, welches Objekt man gerne sehen m\u00f6chte und das Teleskop f\u00e4hrt dann &#8222;wie von Geisterhand&#8220; an die Stelle am Himmel, wo das Objekt sich gerade befindet. Dies k\u00f6nnen Planeten, Sternhaufen, Nebel, Galaxien oder auch &#8222;nur&#8220; der Mond sein. Aber auch Satelliten oder die Internationale Raumstation ISS lassen sich damit anfahren, wenn man sich im Internet die Bahndaten dieser Objekte besorgt (z.B. auf www.calsky.de) und diese entweder manuell in die Handsteuerbox einprogrammiert, oder aber per optionalem Datenkabel vom PC \u00fcbertr\u00e4gt.<\/p>\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a25e1396b235&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a25e1396b235\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img decoding=\"async\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/wp-content\/uploads\/legacy\/stories\/Teleskope\/ETX-70%202.JPG\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n<p>In der Handsteuerbox des ETX-70 sind bereits 1400 (!!!) Objekte gespeichert und bis auf die Sonne, die aus Sicherheitsgr\u00fcnden (niemals ohne geeigneten Objektivsonnenfilter in die Sonne schauen &#8211; Erblindungsgefahr!!!) nicht auf einfachen Knopfdruck angefahren werden kann, ist auch alles dabei, was man sich so w\u00fcnscht. Alles? Nein, viel zu viel! Damit komme ich schon an einen Kritikpunkt zu diesem Teleskop. Mit nur 70mm Objektiv\u00f6ffnung kann man nur einen Bruchteil der abgespeicherten Objekte sehen, da diese f\u00fcr ein so kleines Teleskop einfach zu lichtschwach sind. Das genau ist der Hauptgrund, warum ich dieses Teleskop auf gar keinem Fall einem Einsteiger empfehlen kann!<br><br>Die Verpackung suggeriert dem ahnungslosen Neueinsteiger, dass er mit diesem Teleskop ein klasse Ger\u00e4t bekommt, mit dem er nicht nur \u00fcber 1000 Objekte beobachten kann, sondern diese noch nicht mal selbst am Himmel aufsuchen mu\u00df. Einfach auf\u00b4s Kn\u00f6pfchen gedr\u00fcckt und schon geht die Reise in den Deep Sky los. Aber ganz so einfach ist es eben nicht. Die Physik l\u00e4\u00dft sich nicht verbiegen und daher sind auch beim ETX-70 die 70mm Objektivlinsendurchmesser bei weitem nicht ausreichend, um ein Teleskop zu bekommen, mit dem man schon &#8222;sch\u00f6ne&#8220; Deepskybeobachtungen machen kann. Gerade einem Anf\u00e4nger fehlt noch die Beobachtungserfahrung, um Objekte identifizieren zu k\u00f6nnen, bzw. diese teilweise \u00fcberhaupt erstmal zu sehen. Aber auch die Beobachtungserfahrung allein reicht f\u00fcr schwache Objekte nat\u00fcrlich nicht aus. 70mm \u00d6ffnung sind f\u00fcr eine Handvoll Objekte gerade ausreichend, um diese \u00fcberhaupt als verwaschenen kleinen Nebelfleck zu sehen. Und das ist nicht das, was die bunte Verpackung verspricht.<br><br>Des weiteren kommt die (un-)m\u00f6gliche Vergr\u00f6\u00dferung, die man mit dem Teleskop und dem beigelegten Zubeh\u00f6r erreichen kann, hinzu. In gro\u00dfen Lettern steht auf der Verpackung, dass man damit bis zu 262,5fach vergr\u00f6\u00dfern kann. Rein rechnerisch ist das auch nicht gelogen. Dem Zubeh\u00f6r liegt eine 3-fach-Barlowlinse bei, mit der die Brennweite des Teleskops von 350mm auf 1050mm &#8222;gestreckt&#8220; wird. Teilt man diese 1050mm Brennweite durch die 4mm Brennweite des kurzbrennweitigsten beigelegten Okulars, dann kommt man tats\u00e4chlich auf die sagenhafte 262,5fache Vergr\u00f6\u00dferung. Was die Verpackung nur leider verschweigt ist, dass man diese Vergr\u00f6\u00dferung an diesem Teleskop nicht nutzen kann! Selbst der Mond, der daf\u00fcr genug Licht h\u00e4tte, zeigt dann keine Details mehr, sondern nur noch ein unscharfes, verwaschenes Etwas.<br><br>Eine Faustformel besagt, dass die maximal sinnvolle Vergr\u00f6\u00dferung eines Teleskops bei einer guten Optik bei etwa dem 1,5 &#8211; 2fachen der \u00d6ffnung liegt. Das w\u00e4re theoretisch beim ETX-70 eine Vergr\u00f6\u00dferung von ca. 100-140fach. Selbst wenn dieses Teleskop 100%ig gearbeitete Linsen h\u00e4tte, w\u00e4re diese Vergr\u00f6\u00dferung mit diesem Ger\u00e4t nicht sinnvoll einsetzbar. Was hier n\u00e4mlich noch dazu kommt, ist das schnelle \u00d6ffnungsverh\u00e4ltnis dieses einfachen Linsenteleskops. Dies liegt bei f\/5 (Brennweite:\u00d6ffnung). Der Linsenaufbau dieses einfachen achromatischen Linsenfernrohrs sorgt f\u00fcr einen sogenannten Farbfehler, der umso deutlicher wird, je h\u00f6her man vergr\u00f6\u00dfert. Dieser Farbfehler entsteht dadurch, dass eine Linse Licht verschiedener Wellenl\u00e4ngen unterschiedlich stark bricht. Dadurch liegt der Fokus von Rot z.B. an einer anderen Stelle, als der von Blau. Um ein knackescharfes Bild zu bekommen, m\u00fcssen aber alle Wellenl\u00e4ngen an dem gleichen Punkt, also bei gleicher Einstellung des Okularauszugs, in den Fokus kommen. Tun sie das nicht, gibt es ein unscharfes, schwammiges Bild, da der scharf fokussierte Wellenl\u00e4ngenbereich von den anderen unscharfen Wellenl\u00e4ngen \u00fcberlagert wird.<br><br>Bei geringen Vergr\u00f6\u00dferungen f\u00e4llt das noch nicht auf. Daher eignet sich die Optik des ETX-70 vor allem gut zur Beobachtung von gro\u00dffl\u00e4chigen Objekten oder einfach zum rumcruisen am Sternenhimmel. Eine &#8222;Fahrt&#8220; \u00fcber die Milchstra\u00dfe macht damit wirklich Spa\u00df.<\/p>\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a25e1396b316&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a25e1396b316\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img decoding=\"async\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/wp-content\/uploads\/legacy\/stories\/Teleskope\/ETX-70%20Stimmung.JPG\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n<p>Zu den gro\u00dffl\u00e4chigen Objekten sei aber noch folgendes gesagt. Diese sind auch schon recht lichtschwach, sodass der Einsteiger diese erstmal garnicht erkennen wird, selbst wenn das Teleskop per GoTo-Befehl an die richtige Stelle gefahren ist. Die einzige Ausnahme wird da wohl die Andromedagalaxie sein. Allerdings wird der Einsteiger da wohl sicher auch mehr zu sehen erwartet haben. Wie gesagt, 70mm sind nicht wirklich viel zum Beobachten von Deepskyobjekten. Die gro\u00dfen Planeten haben zwar genug Licht, um prinzipiell auch mit 70mm \u00d6ffnung schon h\u00f6her vergr\u00f6\u00dfern zu k\u00f6nnen, da scheiterts beim ETX-70 aber an dessen Farbfehler des achromatischen Linsenaufbaus.<br><br>Zum &#8222;einfachen&#8220; GoTo sei auch noch etwas gesagt: So einfach, wie es der Hersteller beschreibt, ist es nicht mit der Handhabe des GoTo. Zuerst mu\u00df man das Teleskop waagerecht aufbauen, wobei der Tubus m\u00f6glichst exakt nach Norden zeigt und dieser eben auch in der Waagerechten stehen mu\u00df. Dann sollten die Koordinaten des Beobachtungsstandortes relativ genau bekannt und im ETX-70 eingespeichert sein. Letzteres kann noch zu Hause gemacht werden und mu\u00df nicht immer wieder neu eingegeben werden, wenn man immer vom gleichen Ort aus beobachtet. Schaltet man die Steuerung dann vor Ort ein, wird JEDESMAL nach dem Datum und der <span style=\"text-decoration: underline\"><strong>genauen<\/strong><\/span> Uhrzeit gefragt. Da sich ja die Erde dreht, ist dies auch sehr genau einzugeben. Dann werden im &#8222;2-Star-Alignment&#8220; automatisch zwei Refrenzsterne angefahren. Jetzt zeigt sich, wie genau man die Uhrzeit eingegeben und den Aufbau des Teleskop hinbekommen hat. Hat man Gl\u00fcck, dann ist der erste Stern wenigstens im \u00dcbersichtsokular (dem ETX-70 liegt daf\u00fcr ein 25mm Okular bei) zu sehen. Dieser soll dann mit den Pfeiltasten der Handsteuerbox m\u00f6glichst genau im Okular zentriert werden. Nach der Best\u00e4tigung der Zentrierung wird der zweite Referenzstern angefahren, an dem man die gleiche Prozedur durchf\u00fchren mu\u00df. Dabei kommen wir aber auch zu einem wichtigen Punkt: Im Display der Steuerung werden die Referenzsterne mit Namen vorgeschlagen. Um diese sicher anfahren und erkenne zu k\u00f6nnen, mu\u00df man wissen, wo sich dieser Stern am Himmel befindet. Das GoTo-Teleskop kann erst Objekte auf Knopfdruck anfahren, wenn es selbst wei\u00df, wo es sich gerade in Relation zum Sternenhimmel befindet. Daher auch die &#8222;Eichung&#8220; an Referenzsternen. Aber kann das ein Einsteiger? Wei\u00df er, wo sich der anzufahrende Stern befindet? Zu welchem Sternbild geh\u00f6rt der Stern? Erkennt er \u00fcberhaupt das Sternbild am Himmel?<br><br>Dies genau ist ein, aus meiner Sicht, ganz wichtiger Punkt, einem Einsteiger von diesem Teleskop abzuraten. Den Sternenhimmel lernt man am besten und am sichersten mit einer (drehbaren) Sternkarte, einer Rotlichtlampe (Rotlicht, um die Dunkeladaption des Auges nicht oder nur gering zu st\u00f6ren), einer Uhr und anfangs noch einem Kompass kennen. Letzterer kann entfallen, wenn man den Polarstern sicher auffinden kann, der einem ja immer die Himmelsrichtung NORDEN anzeigt.<br><br>Der Umgang mit einer drehbaren Sternkarte ist schnell erlernt. Und dann kann man sich auch an richtige Sternkarten mit eingezeichneten Deepsky-Objekten wagen. Auf einigen drehbaren Sternkarten sind \u00fcbrigends auch bereits ein paar Objekte verzeichnet.<\/p>\r\n<p>Meiner Meinung nach h\u00e4lt das GoTo den Beobachter immer noch etwas auf Distanz zum Sternenhimmel. Man besch\u00e4ftigt sich nicht oder nur ungen\u00fcgend mit dem Sternenhimmel, da das GoTo einem ja die Aufsucharbeit abnimmt. Ich vergleiche das immer mit einem Beispiel aus unserem Alltag: Wenn ich in eine mir fremde Stadt komme und da l\u00e4nger verweilen m\u00f6chte (Urlaub oder vieleicht auch Umzug in diese neue Umgebung), dann will ich doch nicht jede Fahrt, die ich innerhalb dieser Stadt machen m\u00f6chte nur mit dem Navigationsger\u00e4t im Auto machen. Ich m\u00f6chte mir schnell einen \u00dcberblick dar\u00fcber verschaffen, was ich wo finde. Das geht aber nicht, wenn ich nur nach Navi fahre, dem ich ja auch vorher erst sagen mu\u00df, wo es hingehen soll. Am besten ist, man macht sich mit dem Stadtplan vertraut, damit man zumindest so in etwa wei\u00df, wo was zu finden ist. Genauso verh\u00e4lt es sich am Sternenhimmel. Die Sternbilder sind die Stadtteile, die Objekte in den Sternbildern die Sehensw\u00fcrdigkeiten\/Gesch\u00e4fte in den Stadtteilen.<br><br><\/p>\r\n<p>Das Zubeh\u00f6r, welches meinem ETX-70 beilag, abgesehen vom selbstgebauten Objektivsonnenfilter in der Bildmitte unten:<\/p>\r\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a25e1396b3e7&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a25e1396b3e7\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img decoding=\"async\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/heiko.jailobeam.de\/wp-content\/uploads\/legacy\/stories\/Teleskope\/ETX-70%20Zubehoer.JPG\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\r\n<p><br>Im einzelnen sind dies (von o.li. nach u.re.):<br><br>&#8211; 3-fach Barlowlinse<br>&#8211; Armiciprisma f\u00fcr erdgebundene Beobachtungen<br>&#8211; 4mm Okular<br>&#8211; 12mm Okular<br>&#8211; 25mm Okular<br><br>Das Armiciprisma sorgt daf\u00fcr, dass das Abbild im Okular aufrecht und seitenrichtig ist. Bei der Beobachtung mit dem Zenitspiegel sind rechts und links im Okular vertauscht.<br><br>Nicht auf diesem Foto zu sehen sind das Alu-Stativ, der Rucksack, in den das Teleskop komplett verstaut werden kann, das Handbuch und die CD-ROM mit einem Planetariumsprogramm.<br><br><br><br><br><br><br><br>Auf zwei &#8222;Konstruktionsm\u00e4ngel&#8220; m\u00f6chte ich auch noch gerne eingehen. Zum einen sind es die lauten Motoren des ETX-70, die mich immer davon abgehalten haben, dieses Teleskop zu Hause zu nutzen. Das ist wirklich niemandem im n\u00e4heren Umfeld zuzumuten, der seinen Schlaf braucht und am n\u00e4chsten Morgen fr\u00fch raus mu\u00df. Ich habe es mich noch nicht mal getraut, es bei einem Teleskoptreffen aufzubauen, wo ich es anfangs mal mit hatte. Der zweite Mangel ist der Fokussierknopf. Dieser liegt so ung\u00fcnstig am Tubusende, dass man nur mit sehr d\u00fcnnen Fingern dran kommt, wenn man in Zenitn\u00e4he beobachten m\u00f6chte. Dem kann man aber Abhilfe schaffen, indem man sich den &#8222;Flexiblen Fokussierer&#8220; zulegt, oder sich soetwas selbst aus einem St\u00fcckchen Bowdenzug und dem Innenleben einer L\u00fcsterklemme baut. Damit ist der Knopf in jeder Stellung des Tubus gut zu erreichen.<\/p>\r\n<p>Ich m\u00f6chte aber das ETX-70 auch nicht nur schlecht machen. Ich selbst habe viel Freude damit gehabt, bis ich es im Herbst 2009 wieder verkauft habe, weil es doch die meiste Zeit nur ungenutzt im Keller stand. Wenn man wei\u00df, worauf man sich mit nur 70mm \u00d6ffnung und 350mm Brennweite einl\u00e4\u00dft, also die f\u00fcr ein Teleskop geringe Lichtsammelleistung und den bei mittleren und h\u00f6heren Vergr\u00f6\u00dferungen auftretenden Farbfehler, dann kann so ein Ger\u00e4t auch viel Freude machen. Vorausgesetzt, man verf\u00fcgt \u00fcber etwas Beobachtungserfahrung und das ETX-70 ist nicht das einzige Teleskop im Ger\u00e4tepark. Als Erg\u00e4nzung zu gr\u00f6\u00dferen Ger\u00e4ten oder auch als Reiseger\u00e4t, ist es f\u00fcr den fortgeschrittenen Beobachter ein nettes kleines Teleskop, mit dem man ja auch schonmal die 100fache Lichtsammelleistung gegen\u00fcber dem dunkeladaptierten und &#8222;unbewaffneten&#8220; Auge hat.<br><br>F\u00fcr die stolzen ETX-70-Besitzer hier noch ein hilfreicher link zum kleinen GoTo-Teleskop:<br><br><a href=\"http:\/\/www.weasner.com\/etx\/techtips.html\" target=\"_blank\">Weasner\u00b4s ETX-Seite mit vielen hilfreichen Tips und Tricks<\/a><br><em>&#8211; etwas un\u00fcbersichtlich aber mit vielen Infos vollgepackt. Wenn\u00b4s mal klemmt findet man dort meist Hilfe. <\/em><br><br><a href=\"http:\/\/www.astroman.fsnet.co.uk\/etx70made.htm\" target=\"_blank\"><\/a><br>P.S.: Ich mu\u00df zugeben, dass das kleine ETX-70 schon auch seinen Charme hat. Beim Schreiben dieses Textes kam in mir doch tats\u00e4chlich der Gedanke auf, dass ich es mir irgenwann vieleicht doch nochmal wieder zulegen mu\u00df. \ud83d\ude09<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht mehr in meinem Besitz &#8211; verkauft in 2009. Dieses Teleskop habe ich mir im Sommer 2008 zum Spa\u00df und aus Neugierde zugelegt. Der Hauptgrund dahinter war, dass ich auch mal ein GoTo-Teleskop haben wollte, um mal zu schauen, wie sowas funktioniert. 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